Kulturkreis Jenfeld e.V. / Jenfeld Archiv


Zur Geschichte Jenfelds

* Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Jenfeld erfolgte am 10. November 1304, als die Grafen Gerherd 11. und Adolph VI. von Holstein und Schauenburg zum Andenken an ihren Vater, den Grafen Gerherd 1., einen Altar im Hamburger Dom stifteten, wo Gerherd I. seit 1290 begraben lag. In einer zweiten Vrkunde vom 14. April 1336 ist festgehalten. dass sich das Dorf .Oelevelde". im Kirchspiel .Radolvestede" (RahlstedtJ gelegen, im Besitz des Ritters Lernbett Struss befand, der von einem der Jenfelder Höfe eine jährliche Abgabe von 5 Scheffel Roggen an das Hamburger Domkapitel verkaufte. Am 25. Juni 1339 veräußerte der gleiche Ritter einen der zehn Höfe aus dem Dorf .Yelevelde" - dies war zur damaligen Zeit die neue Schreibweise für Jenfeld - an den Geistlichen Frize Boye von der Hamburger St. Nikolaikirche. Weitere sieben Höfe kamen am 2. Juni 1344 durch Ritter Lambert Struss an das Nonnenkloster Reinbek. Die bei den restlichen Höfe der Familie Struss in Jenfeld gelangten am 18. Oktober 1359 ebenfalls in den Besitz des Reinbeker Klosters. Bis zur Reformationszeit blieb Jenfeld in der Abhängigkeit des Reinbeker Klosters, dessen Auflösung im Jahre 1528 erfolgte. Der Ort Jenfeld kam damit in landesherrlichen Besitz und gehörte künftig zum holsteinischen Amt Reinbek. 1773 kam Holstein und damit auch Jenfeld unter dänische Herrschaft. Die Verkoppelung der Jenfelder Dorfflur erfolgte 1781, indem man das Ackerland in an nähernd gleich große Koppeln zerlegte und mit Wall und Knick umsäumte. Diese Neu ordnung veränderte das Antlitz der Landschaft weitgehend. Als 1814 in Dänemark die Schulpflicht eingeführt wurde, erlangte das Schulwesen auch in Jenfeld Bedeutung, denn zu dieser Zeit stand der Ort noch unter dänischer Herrschaft. So erhielt Jenfeld 1814 seine erste Schule im Dorfzentrum. Durch den Sieg der Preußen und Österreicher im Kampf gegen die Dänen wurde 1864 die Dänenherrschaft in Schleswig/Holstein und damit auch in Jenfeld beendet. Mit dem Verkauf und der ParzelIierung von zwei Bauernhöfen an Grundstücksgesellschaften begann 1903 die Veränderung vom jahrhundertealten Bauerndorf zur Vorstadtgemeinde. Jenfeld verlor seinen ursprünglichen Dorfcharakter als 1910 eine rege Bautätigkeit einsetzte. 1927 wurde Jenfeld in die Stadt Wandsbek eingemeindet und kam 10 Jahre später - 1937 - durch das Oroßhamburg-Gesetz zusammen mit Wandsbek zur Freien und Hansestadt Hamburg. Nach 1943 hatte Jenfeld eine rasante Bevölkerungsentwicklung zu verzeichnen, was auf die Zerstörung Hamburgs infolge der Luftangriffe in den letzten Kriegsjahren zurückzuführen war. Die Jenfelder Bauern stellten den Ausgebombten Pachtland für den Bau von Behelfsheimen zur Verfügung, die wie ein Ring um den alten Dorfkern entstanden. Auch Jenfeld blieb von den luftangriffen nicht verschont. Im Jahre 1954 erhielt Jenfeld Straßenbahnanschluss. Jenfeld hat sein Gesicht seit Mitte der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts in vorher kaum vorstellbarer Weise verändert. Die meisten Bauern haben ihr Land verkauft und das Dorf verlassen. Anstelle von Kühen, Kornfeldern und kleinen Gemüsegärten beherrschen jetzt vor allem Wohnsiedlungen das Bild. Fast alle Behelfsheimsiedlungen wurden abgerissen, eine Großsiedtung mit rund 30.000 Einwohnern entstand. Es gibt jetzt einige tausend Neubauwohnungen, sechs Schulen, darunter eine Oesamt- und eine Sonderschule, zwei Kirchengemeinden, ein modernes Einkaufszentrum mit klimatisierter ladenstraße, eine eigene Autobahnauffahrt, vierspurige Durchgangsstraßen sowie Sportzentren für Tennis, Squash und Racquetball. So hat steh aus dem kleinen Bauerndorf Jenfeld ein Stadtteil der Freien und Hansestadt Hamburg entwickelt, der sich als Wohngebiet mit viel qrün und frischer luft auszeichnet sodass es sich hier gut und erholsam leben lässt. Durch Jenfelds Erholungsgebiet - den Öjendorfer Park - werden die Erholungsmöglichkeiten, verbunden mit Freizeitaktivitäten, sinnvoll ergänzt.

* Der Kulturkreis Jenfeld e.V. ist Träger des Jenfeld Archiv